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Interviews mit Fabian und Steffi zu Roth

Am kommenden Sonntag (6. Juli 2025) findet einer der bekanntesten Langdistanz-Triathlons der Welt im mittelfränkischen Roth statt. Die familäre Atmosphäre lockt Jahr für Jahr bis zu 200.000 Zuschauer an die Strecke. 

In der Vergangenheit haben immer wieder Sportler der SG Niederwangen bei diesem Triathlon teilgenommen. Auch in diesem Jahr starten mit Stephanie Wunderle und Fabian Rupp zwei Athleten der SGN.

Stephanie wird als eine von 23 Frauen im Profi-Feld starten und sich dort mit der amtierenden Welt- und Europameisterin Laura Philipp messen. Nach einem technischen Defekt bei ihrem letzten großen Wettkampf dem Ironman Hamburg hofft sie auf ein perfektes Rennen für das anstehende Saisonhighlight.

Fabian hat auf dieser Distanz schon einige Erfahrungen sammeln können. Es ist bereits der sechste Start über die Triathlon-Langdistanz. Dennoch ist die Anspannung jedes Mal aus Neue groß.

Die beiden haben im Interview im Vorfeld des Rennens darüber gesprochen, wie es ihnen geht und was sie vom Rennen erwarten.

 

 

1.       Wie geht es dir kurz vor dem großen Rennen am Sonntag?

Fabian: Ich fühle mich gut ausgeruht aber angespannt. Voller Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Nervosität und Respekt vor dem kommenden Wettkampf.

Steffi: Mir geht es sehr ähnlich. Die Anspannung steigt von Tag zu Tag. Kombiniert mit Vorfreude und jede Menge Respekt bei diesem starken Elite-Feld und der anspruchsvollen Strecke. 

 

2.       Wie lange hast du dich konkret auf Roth vorbereitet - und wie verlief das Training?

Fabian: Ich habe mich neun Monate darauf vorbereitet in jeweils dreimal drei Monatsblöcken mit Base Build und Peak Phase. Das Training verlief gut, sehr konstant. Die ein oder andere Nicklichkeit wie Knieprobleme oder Schmerzen an der Achillessehne haben mit teilweise begleitet. Ich bin aber alles los geworden und konnte solide 80-90% des Trainings durchführen.

Steffi: Ich mache ja erst das zweite Jahr Langdistanzrennen, Roth wird mein drittes Rennen insgesamt sein. Die Vorbereitung läuft also quasi schon seit vorletztem Winter. Diesen Winter konnte ich ab Oktober perfekt ohne Krankheit und Verletzung durchtrainieren. Bis im Mai dann auch mal mein Hüftbeuger gezwickt hat, was ich aber glücklicherweise auch rechtzeitig wieder im Griff bekommen habe. 

 

3.       Gab es besondere Highlights oder Rückschläge in der Vorbereitung?

Fabian: Die Rückschläge waren eher die Beschwerden und Krankheiten in der Winterzeit. Als besonderes Highlight kann ich das Trainingslager im Frühjahr nennen, welches wie jedes Jahr ein fester Bestandteil der Vorbereitung darstellt. 

Steffi: Wie gesagt, außer dem Hüftbeuger im Mai, der ein paar Wochen Laufpause bedeutete, verlief alles reibungslos. 

 

4.       Wie gehst du mental mit der Belastung einer Langdistanz um - im Rennen und in der Vorbereitung?

Fabian: Die mentale Belastung in der Vorbereitung steigt an umso näher man dem Wettkampf kommt. Sie ist aber geringer als der Spaß am Training und die Vorfreude auf den Wettkampf. Die mentale Belastung auf der Langdistanz ist eine Frage des optimistischen Mindsets. Ob man es als Bürde sieht oder sich darüber freut, alles gesund durchführen zu können und dürfen.

Steffi: Für mich ist das Training überhaupt keine mentale Belastung – ganz im Gegenteil. Ich habe so einen Bewegungsdrang, dass mir regelrecht was fehlt, wenn ich mich nicht bewege. Es macht mir jeden Tag aufs Neue Spaß – auch wenn manche Einheiten auch mal hart und zäh sind. 

 

5.       Was motiviert dich, bei einem solchen Extremwettkampf anzutreten?

Fabian: Mich motiviert an der Langdistanz das Ausreizen der eigenen Grenzen und Möglichkeiten. Ich finde den eigenen Dialog mit sich selbst in der extremen Belastungssituation herausfordernd und ansprechend.

Steffi: Ganz ehrlich: Mir machen auch Sprint- und Kurzdistanzen sehr viel Spaß. Ich genieße auch jeden Volkslauf, Halbmarathon, Pfänder-Radrennen und vieles mehr. Alle Art von Wettkämpfen macht mir Spaß. Nun habe ich mich entschieden, dieses und vielleicht nächstes Jahr nochmal Fokus auf eine Langdistanz zu legen. 

 

6.       Hast du dir ein konkretes Ziel für Sonntag gesetzt - Zeit, Platzierung oder einfach ein gutes Gefühl im Ziel?

Fabian: Mein Ziel ist es bei meiner 6. Langdistanz-Teilnahme, die magische Marke von 9 Stunden zu unterbieten.

Steffi: Das Wichtigste hab ich nach Hamburg jetzt wieder gemerkt: Sturzfrei und ohne technischen Probleme beim Rad durchkommen, der Rest kommt von alleine. Der Tag ist die Belohnung von all dem Training, das man dort hoffentlich dann auch abrufen kann. 

 

7.       Wie sieht dein Renntag aus - hast du ein bestimmtes Ritual vor dem Start?

Fabian: Mein Renntag beginnt sehr früh mit einem Kaffee. Anschließend geht es mit guter Musik auf den Ohren in die Wechselzone und dort laufen die Vorbereitungen ritualisiert wie in Trance ab. Ich ziehe mich dann nochmal zurück und halte vor dem Start zwei bis drei Minuten inne und fokussiere mich auf mich selbst und gehe die nächsten Schritte durch.

Steffi: Nachts aufstehen und hoffen, dass der Kleine nichts mitbekommt. Denn sonst haben Opa und Jürgen ein unausgeschlafenes, schlecht gelauntes Kind den ganzen Tag lang 😉. Dann kurz ein Milchbrötchen mit Nutella reindrücken, Zöpfchen flechten und ab in die Wechselzone. Auf der Fahrt dorthin beginnt meist die große Aufregung bei mir. Das erste, was ich in der Wechselzone überprüfe, sind meine Reifen – sind die prall, kann der Tag nur gut werden!!!

 

8.       Welche Strecke liegt dir besonders - Schwimmen, Radfahren oder Laufen? Und warum?

Fabian: Beim Triathlon liegt mir besonders ein hartes Radfahren gefolgt von einem schnellen Laufen. Ich mag die Geschwindigkeit, die man auf dem Zeitfahrrad fahren kann. Beim Laufen mag ich den Tunnel, in den man sich mental begibt und dann das Rennen in diesem Tunnel beendet, komme was wolle.

Steffi: Ich liebe am meisten das Radfahren… dort kann ich erstmal mein durchschnittliches Schwimmen wieder gutmachen. Und es macht tierisch viel Spaß, andere Athleten auf dem Rad zu überholen. Beim Schwimmen hoffe ich immer auf schnelle Beine vor mir, was mir bislang leider selten gelungen ist. Beim Laufen Macht es bis km 25 Spaß, ab dann wird es mental schwierig und körperlich immer härter. Aber ich rede mir immer ein, dass es allen so geht – das hilft ab und zu.

 

9.       Was nimmst du dir für die Zeit nach dem Rennen vor - Pause, nächste Wettkämpfe oder andere Projekte?

Fabian: Dies wird vorerst mein letzter Triathlon sein. Daher habe ich mir schon Gedanken gemacht, was mein nächstes Projekt sein wird. Zuerst stehen aber auf jeden Fall etwas Pause und easy living an erster Stelle. 

Steffi: Ich buche immer direkt am Dienstag eine Massage. Das hab ich dann verdient und tut so gut!!! Zudem hat man auch erstmal wieder mehr Zeit für Dinge, die etwas zu kurz kamen.

 

10.     Vervollständige den Satz: "Wenn ich am Sonntag ins Ziel komme, dann ..."

Fabian: …werde ich mich überglücklich und laut schreiend vor Freude auf den Boden legen und erstmal alle viere von mir strecken. Dann hole ich mir ein frisch gezapftes bayrisches Bier und stoße mit allen an, die ich treffen!

Steffi: … bin ich stolz auf meine Leistung und mein drittes Finish einer Langdistanz!

 

 

Die SG Niederwangen wünscht euch beiden viel Erfolg für Sonntag und wird dank Liveübertragung im bayrischen Fernsehen und Live-Ticker jederzeit mit euch mitfiebern.

Link zum Livetracking: DATEV Challenge Roth | 2025

Livestream: https://www.ardmediathek.de/video/br24sport/livestream-triathlon-challenge-roth-2025/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNjaGVkdWxlU2xvdC9jNTE5MTJlNS01YjQzLTQ4ZmQtYTBhMy04MzgzOGI3ZjYyNTk 


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