Doppelsieg und Triathlon-Drama: SG Niederwangen prägt den 7. Bregenzer Triathlon
Bei hochsommerlichen Temperaturen von 32 Grad ging am Sonntag die siebte Auflage des Bregenzer Triathlons über die Bühne. Insgesamt 620 Athletinnen und Athleten sowie Staffelteilnehmer sorgten für einen sportlichen Großkampftag am Bodensee. Im Einzelrennen gingen 119 Frauen und 294 Männer an den Start. Gemeinsam mit den zahlreichen Staffeln bot sich den Zuschauern ein beeindruckendes Teilnehmerfeld. Bei den 10 Triathleten der SG Niederwangen gab es viel Aufregung und Spannung mit einer Panne, einem Comeback, einem Debut und etwas Rückenschmerzen.
Für die SG Niederwangen begann das Triathlon-Wochenende jedoch bereits einen Tag früher. Beim Bregenzer Kids Swim & Run gingen zahlreiche Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten des Vereins an den Start und sorgten mit viel Einsatz und Begeisterung für einen gelungenen Auftakt. Einen Tag später setzten die Erwachsenen mit ihren herausragenden Leistungen beim Bregenzer Triathlon die Erfolgsgeschichte fort.
Der Wettkampf begann mit 1,5 Kilometern Schwimmen im Bodensee. Allerdings sorgte bereits in der Nacht vor dem Rennen ein ungewöhnlicher Zwischenfall für Gesprächsstoff: Unbekannte hatten die Leinen mehrerer Bojen durchschnitten. Dadurch dürfte die Schwimmstrecke etwas kürzer ausgefallen sein als geplant – ein Umstand, der sich auch in den außergewöhnlich schnellen Schwimmzeiten widerspiegelte.
Anschließend führte die 44 Kilometer lange Radstrecke durch das wunderschöne Allgäu. Über den Eichenberg ging es hinauf Richtung Scheidegg, weiter über Langen und schließlich zurück nach Bregenz. Die anspruchsvolle Strecke bot den Teilnehmenden nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch beeindruckende Ausblicke auf die Region.
Zum Abschluss warteten vier flache Laufrunden auf die Athletinnen und Athleten. Jede Runde führte zunächst durch das Stadion und anschließend am wunderschönen Bodenseeufer entlang in Richtung Lochau, bevor am Wendepunkt die Rückkehr nach Bregenz erfolgte. Die viermal zu absolvierende Wendepunktstrecke war gesäumt von Massen an begeisterten Zuschauern. Die Stimmung war bombastisch: Fans feuerten die Sportler lautstark an, sorgten für Abkühlung mit Wasserspritzern und trugen die Teilnehmer förmlich ins Ziel. Gerade auf der Laufstrecke herrschte eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
Ein großes Lob verdienen sich auch die zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie das gesamte Organisationsteam, die trotz der extremen Bedingungen für einen reibungslosen Ablauf sorgten.
Aus Sicht der SG Niederwangen entwickelte sich der Bregenzer Triathlon zu einem äußerst erfolgreichen Wettkampf. Insgesamt zehn Einzelstarterinnen und Einzelstarter gingen für den Verein an den Start. Mit zwei Gesamtsiegen, einem zweiten und einem dritten Platz sowie weiteren Top-10-Platzierungen gehörte die SG Niederwangen zu den prägenden Vereinen des Tages.
Für die eindrucksvollste Geschichte des Tages sorgte Stephanie Wunderle.
Nach dem Schwimmen im Bodensee lag Wunderle zunächst auf Rang sechs. Auf der Radstrecke spielte sie jedoch ihre Stärke aus und übernahm die Führung des Rennens. Kilometer um Kilometer baute sie ihren Vorsprung aus.
Dann folgte bei Kilometer 41 der insgesamt 44 Kilometer langen Radstrecke das Drama des Tages. Nach einer langen Abfahrt riss ein O-Ring in der Kassette ihres Rades. Von einem Moment auf den anderen hatte sie keinen Kraftschluss mehr und damit nur noch Leerlauf. Treten war nicht mehr möglich, Widerstand war keiner mehr vorhanden.
Die letzten drei Kilometer wurden zu einem Kampf gegen die Zeit und Strecke. Bergab ließ sie das Rad rollen, an den Anstiegen stieg sie aus und rannte mit ihren Klickschuhen neben dem Rad her. Auf den flachen Passagen bewegte sie sich wie auf einem Tretroller vorwärts und versuchte, jeden Meter herauszuholen.
Die Folgen waren dramatisch: Auf den letzten drei Kilometern büßte Wunderle rund sieben Minuten ein und musste vier Konkurrentinnen ziehen lassen. Als Fünfte erreichte sie schließlich die zweite Wechselzone.
Mit entsprechend viel Wut und Enttäuschung im Bauch begann sie den abschließenden Lauf. Auf dem Programm standen zehn Kilometer, verteilt auf vier Runden entlang des Bodenseeufers. Doch genau diese Emotionen verwandelte Wunderle in zusätzliche Energie. Runde für Runde arbeitete sie sich auf der Laufstrecke nach vorne. Mit hohem Tempo verkürzte sie den Rückstand kontinuierlich und überholte ihre Konkurrentinnen eine nach der anderen.
Für die zehn Kilometer benötigte sie herausragende 38:35 Minuten. Erst auf der letzten der vier Laufrunden fiel die Entscheidung. Dort gelang es Wunderle schließlich, auch die bis dahin Führende zu überholen.
Nach einer der spektakulärsten Aufholjagden gewann Stephanie Wunderle den Bregenzer Triathlon schließlich mit 16 Sekunden Vorsprung vor Julia Gralki. Rang drei ging an Sigrid Mutscheller.
Auch bei den Männern gab es Grund zum Jubeln. Thomas Nuber sicherte sich ebenfalls souverän den Gesamtsieg mit 7min Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Gabriel Bernhard, für den der Triathlon Premiere war, komplettierte den Doppelerfolg der SG Niederwangen mit dem sensationellen zweiten Rang in der Gesamtwertung (1. M24-29).
Darüber hinaus überzeugten weitere Athletinnen des Vereins mit starken Leistungen. Sigrid Mutscheller belegte Rang drei bei den Frauen (1. W50) bei ihrem Comeback, nachdem sie über ein Jahr verletzungsbedingt nicht laufen konnte. Sabrina Beck wurde Fünfte (2. W40) und Isabel Schweizer, die am Berg noch immer mit ihren Rückenschmerzen zu kämpfen hatte, erreichte einen hervorragenden neunten Platz (3. W24-29). Komplettiert wurde das starke Mannschaftsergebnis durch Anna Carina Repp (27.gesamt/1. W35), Anette Landsbek (35.gesamt/4. W50), Johanna Stoiber (43. Gesamt/5. W35) und Benjamin Kolb (129.gesamt/17. M40).
Mit zwei Gesamtsiegen, einem zweiten und einem dritten Platz in den Gesamtwertungen gehörte die SG Niederwangen zu den erfolgreichsten Vereinen des gesamten Wettkampfs und setzte dem heißen Triathlon-Sonntag am Bodensee eindrucksvoll ihren Stempel auf.